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Wir, die BITEK Bergungsdienst GmbH wird im Jahr 2012

1992 bis 2012

 

Die BITEK Bergungsdienst GmbH wurde vom Tauchermeister Brian Coll im Jahr 1992

in Bremen als Tauchunternehmen gegründet. Ab 1996 ist die Kampfmittelbergung zum

Leistungsspektrum hinzu gekommen. Seit 2003 hat das Unternehmen seinen Sitz

in Syke bei Bremen.

Ein „Bombenjob“ tief unter der Wasseroberfläche

Erster am Wrack der „Wilhelm Gustolff“ von Ulf Kaack

Er ist ein Abenteurer und hat sein Hobby zu seinem Beruf gemacht, bei dem ihm im übrigen so schnell niemand über die Schultern schauen kann: Brian Coll ist kommerzieller Bergungs- und Sprengtaucher, Fachmann für Kampfmittelräumung über und unter Wasser sowie Inhaber und Geschäftsführer der Firm BITEK Bergungsdienst GmbH im Syker Industriegebiet. Wie kommt der gebürtige Schotte, der mit Frau Marion und seinen beiden Töchtern Stephanie und Angela in Heiligenfelde lebt, zu so einem „Bombenjob“? „Mein absoluter Wunsch war es, den Beruf des Tauchers zu erlernen“, erzählte der 49- jährige. „Meine Eltern waren strikt dagegen, und in Schottland durfte man den Job erst mit 21 Jahren machen. Also lernte ich zuerst das Handwerk des Elektroinstallateurs und ging mit 19 nach Holland als Signalmann in ein Taucherunternehmen. Zwei Jahre später erwarb ich im schottischen Fort William meine erste Tauchlizenz. 1983 kam ich über Frankreich und die Niederlande nach Deutschland. Hier machte ich den deutschen Berufstaucherschein und war anschließend beteiligt an der Verlegung des Stromkabels von Emden nach Borkum.“ Weiter erzählt er: „Wie die meisten Taucher war ich lange Zeit selbstständig, ließ mich für einzelne Projekte unter Wasser engagieren. Dadurch kam ich in nahezu jeden Winkel der Welt.“ Während des Iran – Irak – Krieges baute er Entsalzungsanlagen im Iran, war an der Bergung von Blockschiffen in Kroatien beteiligt und holte Giftgas- und Clusterbomben aus der Lübecker Bucht. Mit Schaudern erinnert er sich an einen höchst gefährlichen Auftrag auf den Bohrinseln im norwegischen Ekofisk – Feld. Ständig waren hier mehrere international gemischte Taucher – Crews unter Wasser, um die Ölförder – Plattformen zu kontrollieren. Häufig gab es Schwierigkeiten mit der Kommunikation. Verbindliche einheitliche Sicherheitsvorschriften gab es seinerzeit noch nicht. Bei Unfällen kamen während dieses Jobs rund 70 Taucherkollegen ums Leben. Mit gemischten Gefühlen erinnert Coll sich auch an die Erstbetauchung des Wracks der „Wilhelm – Gustolff“ in den 80-ern. Das deutsche Passagierschiff ging am 30. Januar 1945 mit mehr als 9000 Menschen nach einem russischen Torpedotreffer in der eiskalten Ostsee unter. „Es war schon ein schauriges Gefühl, hinab zu dem stählernen Massengrab zu tauchen. Wir haben Gedenktafeln angebracht und Filmaufnahmen für die BBC gemacht, argwöhnisch von russischen und polnischen Grenzsoldaten sowie Marineeinheiten der DDR beobachtet. Die durften aber nicht eingreifen, weil wir uns außerhalb der Zwölf – Meilen – Zone befanden. Dafür bekamen wir es nach unserer Rückkehr nach Kiel mit den deutschen Behörden zu tun, die uns direkt nach dem Einlaufen für eine Nacht ins Gefängnis steckten.“ 1983 nahm er einen Job in Wilhelmshaven an: Munitionsbergung aus dem Banter See. Tonnenweise holte er mit seinen Kollegen aus dem Becken des ehemaligen U – Boot – Hafens der Marine altes, zumeist verrottetes Kriegsmaterial. Waffen, Bomben und Torpedos. In dieser Zeit lernte er seine Frau Marion kennen, die in Schillig bei Horrumersiel arbeitete. 1984 heirateten sie. Ende der 80-er kam Brian Coll nach Bremen. Für den Neubau des Weserwehrs von 1989 – 1993 war er als Munitions- und Bautaucher von einer Bremer Firma verpflichtet worden. 1992 gründete er mit Bitek ein eigenes Unternehmen für Bautauchen und war als Subunternehmer an der Großbaustelle tätig. Als sein Auftraggeber Insolvenz anmelden musste, erweiterte er das Leistungsspektrum von Bitek auch auf das Suchen und Bergen von Kampfmitteln. Er übernahm den Großauftrag und führte ihn erfolgreich zu Ende. Zunächst befand sich der Firmensitz auf dem ehemaligen AG Weser – Gelände Bremen. Seit 2003 agiert Coll mit seinem Team von Syke aus. Schnell wuchs der Betrieb und entwickelte sich zu einer festen Größe. Allein die Ausrüstungsliste ist beeindruckend: Neben diversen Ortungs- und Sondiersystemen, Tauchrobotern, Bau- und Einsatzfahrzeugen umfasst sie vier Taucherbasisschiffe, sieben Arbeitsboote sowie einen Schwimmponton. Je nach Auftragslage beschäftigt Brian Coll bis zu 50 freie und festangestellte Mitarbeiter. Wann immer die Errichtung von Wasserbauwerken oder wasserbaulichen Maßnahmen ansteht, sind zunächst die Kampfmittelräumer gefragt. „Üblicherweise bekommen wir unsere Aufträge im ersten Schritt eines Projektes von verschiedenen Bundes- und Landesbehörden und werden vom staatlichen Kampfmittelräumdienst in unserer Arbeit kontrolliert“, erklärt Brian Coll. „Wir beginnen dann mit der Sondierung des Gewässerbodens. Dafür haben wir Spezialboote, auf denen Passivsonden zur Lokalisierung von Metall installiert sind. Eine Arbeit, die mit absoluter Genauigkeit erledigt werden muss. Anschließend werden sämtliche festgestellten Anomalien betaucht und die Gegenstände geborgen. Bei 97 Prozent der Funde handelt es sich um Schrott. Finden wir Kampfmittel, so werden sie nach einer Analyse der Gefährdung vor Ort gesprengt oder eben geborgen und fachgerecht entsorgt.“ So ein Auftrag kann Monate und Jahre in Anspruch nehmen, wie beim Bau des neuen Weserwehrs in Bremen oder aktuell bei der Begradigung des Weserflusslaufes zwischen Hemelingen und Landesbergen. Bei allen Geschichten, die Brian Coll aus seinem Arbeitsalltag erzählen kann, stellt er stets das Thema Sicherheit ganz nach vorne: „Der Job ist wenig gefährlich, sofern man sich an seine Spielregeln hält und sich nicht überschätzt. Ständige Fortbildung ist ein Muss. Dank unserer hohen Sicherheitsstandards ist es bisher zu keinen schweren Unfällen gekommen. Das soll so bleiben!“